Dieses Satellitenbild zeigt die Ostsee im August 2020. Die grünen Schlieren sind keine Strömungen. Es sind Cyanobakterien — giftige Algenblüten, die sich jedes Jahr weiter ausbreiten.
Darunter liegt eine der größten Umweltkrisen Europas. Fünf Akte. Nur Zahlen. Keine Meinungen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man die Ostsee als Mülldepot benutzt. Die Alliierten versenkten hunderttausende Tonnen Munition — die billigste Entsorgung. Die Fässer waren auf 50 Jahre ausgelegt. Das war vor 80.
Timmy war kein Wunder. Timmy war ein Datenpunkt. Die Ostsee erwärmt sich doppelt so schnell wie der Weltdurchschnitt. Nahrungsketten verschieben sich. Routen ändern sich.
Der Dorsch, einst Brotfisch der Ostsee, ist fast weg. Seit 2024: Null-Fangquote. Die Rippenqualle Mnemiopsis leidyi — ein Einwanderer aus dem Schwarzen Meer — breitet sich aus. Bis zu 100 Individuen pro Kubikmeter.
0,6 °C
Erwärmung pro Dekade
Südliche Ostsee, 1959–2019
2×
Schneller als global
Im Sommer bis zu 1 °C/Dekade
0 t
Empfohlene Dorsch-Fangquote
ICES Empfehlung seit 2024
100/m³
Rippenquallen-Dichte
Kieler Bucht, 2006
NOAA
USA
National database. Eigene Taxonomie, eigene Felder, keine API.
SMASS
Schottland
Scottish Marine Animal Stranding Scheme. Excel-basiert.
CSIP
England & Wales
Cetacean Strandings Investigation Programme. Seit 1990.
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IWC
Global (geplant)
Seit 2016 in Arbeit. Noch kein konsolidiertes Bild.
Die Einträge sinken — von 70.000 t/Jahr auf unter 30.000. Klingt nach Erfolg. Aber die HELCOM-Grenzwerte werden in keinem Hauptbecken eingehalten.